Diabetes mellitus, auch bekannt als „die Zuckerkrankheit“ gehört mit über 6 Millionen Betroffenen zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Etwa 33 % der Männer und 21 % der Frauen leiden parallel unter verengten Herzkranzgefäßen. Eine gefährliche Mischung. Bei Diabetes ist der Zucker-Transport aus dem Blutkreislauf zu den Zellen gestört. In Folge steigt der Blutzuckerspiegel. Ursache ist entweder eine verminderte Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse (Typ 1) oder die Unempfindlichkeit der Körperzellen für Insulin (Typ 2). Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen medikamentös mit Tabletten (z.B. Metformin) oder im weiteren Verlauf durch Zufuhr von Insulin mittels Spritzen, Kanülen, Pens oder einer Insulin-Pumpe. Die Anpassung der Lebensumstände ist entscheidend bei der Therapie.
Bewusst genießen
Die Ernährung spielt bei Diabetes eine zentrale Rolle. Kohlenhydrate werden z.B. im Körper zu Glukose abgebaut und können dadurch den Blutzucker ansteigen lassen. Eine ausgewogene Ernährung mit ballaststoffreichen Lebensmitteln kann dazu beitragen, den Blutzucker gleichmäßiger zu regulieren. Auf einen gesunden Teller gehören viel frisches Gemüse, regionales Obst und Vollkornprodukte. Dazu eine deutliche Reduktion tierischer Fette. Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Nüssen, Raps- oder Leinöl) verstärken die positiven Gesundheitseffekte. Zur Regulation des Blutzuckerspiegels sind zudem mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt empfehlenswert. natürlich-Extratipp: Vorsorge betreiben mit einem ausbalancierten Säure-Basen-Haushalt. Fragen Sie uns gerne danach.
SOS! Vitamine und Mineralstoffe
Neben einer gesunden Ernährung ist die ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen äußerst wichtig. So sind bestimmte Stoffe bei Diabetikern oft erniedrigt (z.B. Vitamin C), werden vermehrt benötigt (z.B. Zink, Vitamin D) oder sind in ihrer Aufnahme aufgrund der Metformin-Einnahme gehemmt (z.B. Vitamin B12). Eine Zufuhr in der optimalen Dosis kann positiven Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden nehmen, den Gesamtzustand stabilisieren und die Gefahr von Folgeerkrankungen minimieren.
Diese Stoffe sollten Sie genauer im Blick behalten:
- B-Vitamine: Regulation der Homocystein-Konzentration im Blut (erhöhte Werte verstärken Risiko von Gefäß- und Nervenschäden)
- Magnesium: Mangel kann Einstellung des Blutzuckers erschweren, Insulinresistenz erhöhen und Nervenschäden bzw. Bluthochdruck begünstigen
- Zink: Antioxidans, wichtig für Produktion und Speicherung von Insulin
- Chrom: Wirkverstärker bei der Weitergabe von Insulin an die Zelle
- Omega-Fettsäuren: Reduktion entzündungsfördernder Stoffe, positiver Einfluss auf Blutzuckerwerte
- Vitamin C: bei Diabetikern häufig erniedrigt, Radikalfänger und wichtig für Gewebeerneuerung & Eisenaufnahme
- Vitamin E: Antioxidans, Einfluss auf Gefäß-Durchblutung & Mikronährstoffversorgung der Zellen
- Vitamin D: unterstützt die Abgabe von Insulin aus den Zellen der Bauchspeicheldrüse
- Coenzym Q10: zelluläre Energiegewinnung
Bewegungseinheiten
Körperliche Aktivitäten wirken sich positiv auf die gestörte Stoffwechsellage aus. Auch das allgemeine Wohlbefinden und Körpergefühl verbessern sich durch Bewegung. Dennoch sollten Sie bei der Wahl Ihrer Sportart ein paar Dinge beachten. Insbesondere Typ-1-Diabetiker bzw. insulinpflichtige Patienten sollten die Pläne immer eng mit dem behandelnden Arzt abstimmen. Aufgrund von Blutzuckerschwankungen vor, während und nach der Belastung muss vor allem die Insulingabe richtig dosiert werden. Sporadische Extrembelastungen führen schnell zu Entgleisungen des Stoffwechsels. Gleichartige Bewegungen, im besten Fall regelmäßig (mehrmals in der Woche) sind Belastungsspitzen deutlich vorzuziehen. Bewährt hat sich eine Kombination aus leichtem Kraft- mit mäßigem Ausdauertraining.
Nicht vergessen: Ungewohnte Belastungen können stets zu Änderungen des Blutzuckerspiegels führen. Entsprechende Utensilien wie Messgerät und Teststreifen, Traubenzucker und Insulin sollten deshalb fester Bestandteil der Sporttasche sein. Suchen Sie sich am besten einen Trainingspartner oder schließen sich einer Sportgruppe an. Erstens macht es im Team ohnehin mehr Spaß und zudem können Sie die Kollegen über das Verhalten im Ernstfall informieren.





